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1963 war ich 12, Kennedy wurde erschossen, mein Vater wurde mit 37 Nichtraucher -
und ich war in Berchtesgaden, ei wei. Das war so eine Art “Kur”laub, weil ich vorher iwi krank war und überhaupt. Es war während der Schulzeit, aber das war kein großes Prob – so übel war ich nicht in der Schule…
6 (sechs!) Wochen in so einem Kinderheim (Alter der arrestierten Häftlinge Kindergäste: ~ 11 – 15) mit “Tanten” und “Onkels” zur Bewachung zum allfälligen “aufpassen & anleiten”.
Ne, DAS war definitiv nix für mich – für Massentierhaltung war Hugo noch nie…
- kein Kind durfte eine Armbanduhr haben/tragen
- JEDEN Tag ein befohlenes Mittagsschläfchen (hab ich als Kind sonst NIE)
- der “Einheits”friseur kam ungefragt
- die Post wurde kontrolliert
- usw. usw.
Das ganze hat mir nicht gepaßt, außerdem war November, Schnee & arschkalt…
Da mußten “Gegenstrategien” entwickelt werden, soweit man das als 12-jähriger eben kann, bißchen konnte ich damals schon:
Nach einer guten Woche kam ein Päckchen für mich, das konnten sie NICHT filzen – der Postbote hat´s nicht rausgerückt: es war nämlich ein Einschreiben, “nur persönlich”.
Die Direktorin mußte mich in ihr Büro holen lassen, damit der “junge Hugo” seinen Friedrich Wilhelm macht – Postboten waren damals noch Beamte und “Staatsgewalt”.
Sie konnte auch dann leeiiider nicht ins Päckchen reingucken – ich habe es nicht rausgerückt. Und vor Gewalt hat sie dann doch zurückgeschreckt.
Bei den Päckchen wurden von denen Schokolade u.ä. leckeres konfisziert und der “Allgemeinheit” zugeführt – zwangsweise. Gefäälllt sowas dem Hugo, na? Denkt mal nach…
IM Päckchen war (neben Schokolade) meine zu Hause vergessene Uhr – Junghans mit Handaufzug.
Gleich habe ich sie aufgezogen und an den linken Arm geschnallt. Und bin mit Uhr am Arm und der Schokolade in den Gruppenraum spaziert. Alles aus Schokolade hab´ich einfach auf den Tisch gelegt: “Das war in meinem Päckchen, kann sich jeder was von nehmen.
Bis zum Abendessen ist ja noch Zeit,” hab ich noch mit einem Blick auf meine Uhr gesagt…
Die Aufsichts”tante” wußte das auch – DIE hatte ja auch eine Uhr am Arm. Alle Tanten, alle Onkel, die Direktorin – und der kleine Jürgen, die wußten immer, wie spät es ist.
Ich war das einzige Kind mit Uhr, die Gruppen”tante” hat mich mal darauf angesprochen – ich habe das aber “nicht gehört”, und eine ganz andere Antwort gegeben.
Die hat nie wieder gefragt, es wurde auch keinerlei Versuch unternommen, mir die Uhr wieder wegzunehmen – sie haben wohl eingesehen: das geht nur über meine Leiche.
Ein- oder zweimal hat mich sogar ein “Onkel” nach der Zeit gefragt, der war so´n bißchen “schusselig” -
er hatte seine Uhr im Heim vergessen… – der gutmütige Jürgen hat geholfen.
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PS: wartet nur ab, die Tanten werden weiter Freude mit ihren lieben Gast haben – z.B., wenn der Onkel kommt (mein “richtiger” Onkel, der Bruder meines Vaters, die haben in Bayern gewohnt und mich im Heim besucht).
Danach war gewisser Klärungsbedarf angesagt, zwecks “Taschengeld etc.” Mein Onkel hatte der Direktorin wohl auch recht klar gesagt, was er von ihr hielte – er sprach “boarisch” und war im Beisein ihrer Sekretärin schon arg deutlich. Sie hatte eine “süßsaure” Miene hinterher. Aber DAS alles kommt demnächst -
Jürgen vs. (Heim) Onkel/Tanten geht weiter, der “Kurlaub” ist noch lange nicht zu Ende…
Damals schon diese Vorliebe für Uhren .. und dann hast du Kennedy erschossen und hast als Strafe 6 Wochen Heim-Arrest bekommen?
Mäßige dich, Herr Matze sonst wirst DU erschossen – mit einem Schrottkewehr…
Und außerdem darft du dann nicht lesen, wie das mit dem Frisör war, und warum ich beim Flötespielen gedoubelt wurde.
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