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Experte fordert realistische Angaben zur Reichweite von Elektroautos

– es wird wohl ein frommer Wunsch bleiben. Auch wenn heise online hier natürlich recht hat, aaaber:

„Recht haben und recht bekommen, das ist nicht immer das gleiche – meist sogar eher nicht…“

Durch meine Ausbidung, Studium, Lebenserfahrung (bleibt nicht aus, wenn man a) bald 65 wird und b) noch ein recht gutes Gedächtnis hat) weiß & kenne ich den Spruch:

„Glauben könn´wir in der Kirche, da gehört das hin – sonst sollte man wissen.“

Wenn ich (mich) nach gewissen Vorschriften prüfen muß, kann ich die mir ja gaaanz genau durchlesen, um „Optimierungen“ durchzuführen. Nehmen wir einmal an, der Prüflauf soll herausfinden:

„Wie lange braucht man/Herr Hugo zu Fuß  von seiner Wohnung > Bahnhof > Post > Norma und zurück?!“

Sooo – ich bin interessiert, das die Zeit so kurz wie möglich ist, um mich im besten Lichte erscheinen zu lassen. Innerhalb! der Vorgaben wird etwas optimiert:

  • ich gehe bei recht mildem, nicht zu warmen/kaltem Wetter los – auch Gegenwind ist nicht zu erwarten
  • ich ziehe meine bequemsten Schuhe an, die schon gut eingelaufen sind und weder schlappen noch drücken
  • Rucksack? Iwo – kleinleichter Leinenbeutel reicht aus. Ich kaufe ja ein – aber eben nur Käsebrötchen am Bahnhof, an der Norma gehe ich dann zügig vorbei (steht nicht in den Vorgaben, das ich hineingehen muß…)
  • und die ganze Sache läuft natürlich ab, wenn ich mich so fit wie eben möglich fühle

Da kommt dann eine Zeit heraus, die kann ich ganz guten Gewissens beschwören & auch beweisen – nur hat die wenig mit der Realität zu tun.

  • ich muß auch im Winter einkaufen, wenn Schnee liegt – Mantel, Mütze, dickere Schuhe
  • selbst ich brauche für den Wochenkauf bedeutend mehr als nur einige Brötchen, deswegen nehme ich auch den praktischen Rucksack mit…
  • …der auf dem Hinweg „nix“ wiegt – auf dem Rückweg Norma > zu Hause sind aber dort & ~ 2 Leinenbeuteln etliche Sachen drin
  • und vorher IN der Norma geht auch Zeit drauf: aussuchen, in den Einkaufswagen schlichten, an der Kasse etwas warten, den -wagen zurückstellen etc.

Diese Zeit weiß ich vielleicht auch (oder könnte sie ziemlich genau stoppen) – aber die sag´ich nicht, wird ja nicht verlangt…


Und nicht anders läuft das beim „offiziellen“ Spritverbrauch und der o.a. Elektro-Reichweite: man KANN die erreichen – allerdings fährt niemand so, außer eben beim Prüflauf.

Und deswegen kommt mir die im verlinkten Artikel erwähnte Reichweite „130 anstatt 180 km“ nicht seltsam vor – etwas anderes hätte mich auch gewundert. Heißt also in der Praxis:

„Nach ~ 100 km sollte man entweder nahe der heimischen Steckdose sein oder sich überlegen, wo man eine aushäusige fände…“


„Wir sind Herr Hugo und Klaus Travolte auf Prüffahrt, Herr Wirt. Während wir ihre leckere Erbsensuppe essen und danach ein/zwei große Käffchen trinken, könnten wir unser E-Auto vielleicht an eine ihrer Steckdosen? Stromverbrauch bezahlen wir natürlich.“

„Ach was, den Strom schenke ich ihnen – aber im Hof ist leider keine Außensteckdose…“

„Kein Problem nicht, Herr Wirt: wir haben eine 100 m Kabelrolle, der Klaus Travolta holt sie gleich.“